40 Jahre Vogelschutz in Passau

Festakt am ASG – Wie sich der Mauersegler retten lässt 

Die Vogelschutzrichtlinie feiert ihren 40. Geburtstag. Sie ist neben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) Grundlage des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Niederbayernweit finden nun besondere „Geburtstagsfeiern“ statt, bei denen unterschiedliche Vogelarten im Fokus stehen. In Passau war dies der Mauersegler am Adalbert-Stifter- Gymnasium. 

Das ASG ist Teil des Passauer Bündnisses Vogelschutz, wie OB Jürgen Dupper bei seiner Begrüßung herausstellte. Auch betonte er die Bedeutung der europäischen Naturschutzrichtlinien für Passau. Sechs FFH-Flächen etwa gebe es in der Stadt. Unser Schulleiter Guntram Kraus freute sich, Gastgeber des von den Behörden organisierten Festakts sein zu dürfen. Er wies auf die Nistkästen für Mauersegler hin, die am Gymnasium installiert wurden. 

Abteilungsdirektor Manfred Pfandl von der Regierung von Niederbayern unterstrich, dass bereits viel geschafft wurde im Vogelschutz. Etwa wurden in Niederbayern 12 Vogelschutzgebiete mit rund 45 000 Hektar Land ausgewiesen. Aber: „Wenn wir ehrlich sind, kommen wir leider nicht umhin, feststellen zu müssen, dass es immer noch schlecht bestellt ist um die Artenvielfalt.“ Jeder Einzelne könne etwas beitragen, etwa, indem er Garten oder Balkon entsprechend gestaltet. „Nur gemeinsam können wir die Ziele erreichen.“ 

Dann würdigte er die Natura 2000-Partner in Passau, zeichnete den ehrenamtlichen Biberberater Herbert Wolf für sein Engagement aus und danach das „Passauer Bündnis Vogelschutz“, dem das ASG, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Stadt Passau angehören. 

Die Klassen 5c und 6a unter der Leitung von Andrea Danzig-Fuchs hatten passend zum Anlass zwei Lieder einstudiert, begleitet am Klavier von Irmgard Westermeier: „Vöglein im hohen Baum“ und „Wisst ihr, sprach die Amsel“. Zudem brachte unsere Perkussionsgruppe „Der Gurkentrupp“ die Mensa mit den südamerikanischen Rhythmen der Samba-Batucada zum Beben.

Unter die Zuhörer mischten sich u.a. MdL Christian Flisek, MdL Dr. Gerhard Waschler, Bezirksrat Urban Mangold, stv. Landrat Raimund Kneidinger, Vertreter des Landratsamts und des Rathauses sowie naturnaher Vereine und Verbände.

Jette Rud, Emma Memminger und Isidora Zlaticaus der 6a hatten sich im Vorfeld mit ihrer Klasse in einem Gemeinschaftsprojekt Biologie/Informatik mit ihrem Lehrerinnen Sabine Fricke und Julia Kronawitter mit Gebäudebrütern beschäftigt und stellten beim Festakt gekonnt den „Apus Apus“ – wie der Mauersegler auf Latein heißt, in einer Power-Point-Präsentation vor.

Braunschwarz mit weißem Kehlfleck und gegabelten Schwanz verbringt er Tag und Nacht in der Luft, schläft sogar im Flug. Er ist Nischenbrüter, steht mittlerweile jedoch auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Mit der Modernisierung und Sanierung von Gebäuden gehen seine Brutnischen immer öfter verloren, neue Gebäude werden nahe- zu luftdicht gebaut. „Die Schlupflöcher, die sie brauchen, um ihre Nester zu bauen, fallen immer häufiger weg“, erklärte Gudrun Dentler vom LBV. Über dem ASG würden jedoch noch einige Mauersegler kreisen. „Sie wohnen nebenan im Heizungskamin des Klinikums.“ Auch private Bauherren könnten sich bei den Naturschutzbehörden jederzeit beraten und unterstützen lassen, so Dentler im Rahmen der Feier. 

Daniela Pledl (Passauer Neue Presse vom 13. Juli 2019), Adaption: Heidrun Berger-Asen