Berufsinformationsabend am ASG: Was will ich? Selbstfindung ist kein Ziel, sondern ein Prozess.

Mit diesen Gedanken geht der 5. Berufsinformationsabend am ASG an den Start. Seit 10 Jahren ist diese Veranstaltung fester Bestandteil unseres Schulkalenders. Alle zwei Jahre werden sie von der Fachschaft Wirtschaft/Recht, heuer erstmals unter der Federführung von Johannes Holzleiter in Zusammenarbeit mit Cornelia Zwirner, unter Mithilfe von etlichen Kolleginnen und Kollegen des ASG und dem Elternbeirat für die Oberstufe und die zehnten Klassen veranstaltet. Unsere Schülerinnen und Schülern haben dabei die Gelegenheit, sich mit Vertretern der verschiedensten Berufssparten auszutauschen. Diese Informationen aus erster Hand sollen den ihnen als Orientierungs- bzw. Entscheidungshilfe dienen, denn ob die getroffene Berufswahl richtig ist, hängt im Wesentlichen davon ab, inwieweit Erwartung und Realität übereinstimmen. Ist dem nicht so, kann ein junger Mensch sich bereits in einem frühen Stadium anders orientieren, eine essentielle Erkenntnis, die den doch beträchtlichen Organisationsaufwand des Abends rechtfertigt.

Guntram Kraus hob bei der offiziellen Begrüßung die große Bedeutung der beruflichen Orientierung in der heutigen Zeit hervor, denn „Schule und Wirtschaft sind längst keine sich ausschließenden Welten mehr.“ Dem Rechnung zu tragen, sieht unser Schulleiter als kontinuierlich zu erfüllende Aufgabe der Schule an, sei es in Form der beiden Berufspraktika in der Mittelstufe, durch die individuelle Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit am ASG oder eben dem Berufsinformationsabend für die Ober- und die 10. Jahrgangsstufe. „Die uns anvertrauten Schüler interessieren uns nicht nur bis zum Abitur, sondern auch darüber hinaus!“

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von drei Eingangsreferaten: Dr. Jutta Krogull beschrieb die Erwartungen der Arbeitswelt an die jungen Berufsanfänger, Johannes Niekrawitz sprach über die Studienfinanzierung, Christine Krammer und der ehemalige ASGler Benedikt Walsch informierten über den Freiwilligendienst im außereuropäischen Ausland „weltwärts“. Gerade Benedikt Walsch gelang es, den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll zu vermitteln, welche Erkenntnisse er aus seinem freiwilligen Jahr in Bolivien gezogen hat.

Anschließend konnten unsere Schülerinnen und Schüler in drei Durchgängen zu je 30-35 Minuten bei den Referenten Informationen aus erster Hand erhalten. Bereits im Vorfeld konnten sie per Online-Buchung entscheiden, welche Berufsfelder sie besonders interessierten. Dr. Johannes Stamm, ebenfalls ehemaliger ASG-Schüler, gab Einblicke in den Bereich des Medizinstudiums und in den Alltag eines Arztes, Christian Lindinger referierte über den relativ weitgefassten Bereich der Pharmazie und Dr. Vera Schmoler informierte über den Beruf der Psychologin. Den Bereich Elektrotechnik/ Mechatronik/Maschinenbau deckten Alexander Boehm und Tobias Spannbauer von der ZF Passau ab. Zum Jurastudium und zum Richteramt beantworteten Anwältin Dr. Andrea Schnabl und Richterin am Landgericht Kristin Wendler bereitwillig alle Fragen. Wolfgang Lampelsdorfer, Regionalleiter der Donau-Wald-Presse GmbH und Redaktionsleiterder PNP, stellte den Beruf des Journalisten vor. Des Weiteren informierte Claudia Hepp vom Personalamt der Stadt Passau über den mittleren und gehobenen Dienst.

Die Universität Passau war ebenfalls vertreten: Der Lehrstuhlinhaber für Mathematik mit Schwerpunkt Symbolic Computation, Prof. Martin Kreuzer, stellte seinen Studiengang mit allen Facetten vor, Diplominformatiker Christoph Metten vom Zentrum für Informationstechnologie und Medienmanagement (ZIM)und Diplominformatiker Franz Fisch von der msg sprachen lebensnah über ihre Aufgabengebiete.

Thomas Carl und die Studienreferendare Bianca Spitzer und Ivo Mei gaben einen Überblick über das gymnasiale Lehramtsstudium sowie über den Ablauf des Referendariats.

Seminarrektorin Dr. Sabine Ragaller, und die Lehramtsanwärter Philipp Schwiewager und Dennis Schuler stellten das Grundschullehramt mit allen wichtigen Details vor. Der Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsforums der Region Passau, Dipl.-Kfm Christian Just, brachte den Schülerinnen und Schülern betriebswirtschaftliche Aspekte näher und führte ihnen vor Augen, wie dicht gedrängt der Terminkalender bzw. Zeitplan eines Managers aussieht. Mit Hilfe einer Schraube demonstrierte er eindrucksvoll, wie man z.B. mit Hilfe einer kleinen Erfindung seine erste Million verdienen könnte. Sehr ausführlich und praxisnah beschrieben unsere Diplomsozialpädagoginnen Dike Attenbrunner und Mirella Schraml ihre jeweiligen Tätigkeitsfelder. Den Fachbereich der Molekularbiologie stellte Christian Pache vor, den der Umwelttechnik Josef Poxleitner. Für alle Jugendlichen, die sich mit dem Gedanken tragen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, war Robert Richter vom INN.KUBATOR der ideale Ansprechpartner. Hauptfeldwebel Rainer Hermann umriss die Möglichkeiten bei der Bundeswehr. Abgeschlossen wurde der Abend durch ein reichhaltiges Buffet, das dankenswerterweise der Elternbeirat sponserte, und durch viele konstruktive Gespräche.

Nach dieser Vielfalt von Informationen können die ASG-Schülerinnen und Schüler den Entscheidungsprozess „Was will ich?“ weiter vorantreiben. Selbst wenn der ein oder andere durch die Informationen der Referenten jetzt sicher weiß, „Das will ich nicht!“, ist dies eine wichtige Erkenntnis des Abends. Die Zukunft kann beginnen.

 

Heidrun Berger-Asen, Cornelia Zwirner