CoderDojo Passau: Programmieren statt versandeln

Coder-Dojo – ein neues Projekt des Adalbert-Stifter-Gymnasiums mit der Universität Passau sorgte bei allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern für große Begeisterung.

Prof. Dr. Gordon Fraser, Inhaber des Lehrstuhls für Software Engineering II, begrüßte herzlich die 20 Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen des von StD Michael Ganshorn veranstalteten Wahlkurses „Elektronik“ nun einmal im Monat an der Fakultät für Informatik und Mathematik zu Gast sein werden, und erklärte ihnen zunächst, was man sich unter einem Coder-Dojo vorzustellen hat: Der Begriff Dojo kommt aus dem Japanischen und bedeutet Übungshalle; im übertragenen Sinne handelt es sich um eine lose organisierte Gemeinschaft, bei der erfahrene Mentoren Kindern und Jugendlichen helfen, programmieren zu lernen, eigene Projekte am Computer zu realisieren und natürlich dabei gemeinsam Spaß zu haben.

Wozu ein CoderDojo? Kinder beschäftigen sich zunehmend immer mehr mit dem Computer, oft „versandeln“ sie dabei aber viel Zeit auf Spieleplattformen oder im Chat. In einem CoderDojo treffen sich die Jugendlichen real und nicht nur virtuell. Hier kann man gleichgesinnte Freunde treffen und auch sinnvolle Betreuung für seine technischen Probleme bekommen. „Computerkriminalität und Hacking sind hier nicht erwünscht. Wenn wir uns mit Spielen beschäftigen, dann programmieren wir diese selbst“, erläutert Michael Ganshorn. Dabei ist das Alter der Kinder nebensächlich, man lernt Programmieren wie Sprachen am besten früh. Eine sinnvolle Vorbereitung unseres Nachwuchses auf unsere technisierte Welt, in der vieles computergesteuert wird, das ist das zentrale Anliegen. Der Zugang zu technischen Studiengängen soll dadurch gefördert und vor allem erleichtert und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. „Zu viele Talente werden bisher zu spät bzw. nicht erkannt oder können an Schulen nicht adäquat gefördert werden. Gerade hier wollen wir angreifen“, so die beiden Initiatoren.

Prof. Fraser und Michael Ganshorn hatten mehrere Projekte vorbereitet, um allen Altersgruppen und Interessensgebieten gerecht zu werden: So gab es u. a. für unsere Fünft- und Sechstklässler Roboter, die mit Scratch programmiert werden konnten, und für die erfahreneren Schüler die Möglichkeit, mit BlueJ zu arbeiten und kleinere Spiele zu programmieren. Auch wer bereits an einem eigenen Programmierprojekt arbeitete, erhielt dabei tatkräftige Unterstützung von den Informatik-Referendaren des ASG sowie der Informatik-Studentin Maren Krafft, die neben vier Mädchen unter den teilnehmenden Schülern ein Zeichen setzte, dass Informatik nicht nur etwas für Jungs ist: Programmieren zu können schult die Schüler darin, sich selbständig an praktischen Problemlösungen zu versuchen und dabei zunehmend auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.

Nach zwei Stunden war die Begeisterung über das Gelernte groß und die Vorfreude auf den nächsten Termin noch größer. Eine gelungene Kooperation zwischen Universität und ASG, die auch in Zukunft weiter fortgeführt werden soll. Dennoch freuen sich die Veranstalter auch über weitere Teilnehmer anderer Schulen. Weitere Informationen finden Sie unter https://coderdojo.fim.uni-passau.de/.

Birgit Schwenger, Michael Ganshorn, Heidrun Berger-Asen