Deutsch als Zweitsprache: Zusatzangebot für ausländische Schüler am Adalbert-Stifter-Gymnasium

Diplompädagogin Dike Attenbrunner hat auch in den Schulferien mit den Schülern geübt. Erfahrungen in der Deutschförderung hat sie an ihrer früheren Stelle gesammelt: Da war sie in der Flüchtlingsarbeit tätig.

Seit Anfang des Schuljahres haben ausländische Schüler am Adalbert-Stifter-Gymnasium Passau die Möglichkeit, am Fach „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) teilzunehmen. Sie kommen aus Amerika, Griechenland, Albanien, Rumänien, Tschechien, Serbien, Russland, Polen, Kroatien, Syrien und Afghanistan. In ihren Herkunftsländern haben sie das Gymnasium besucht – und wollen das in Deutschland natürlich fortsetzen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man die Sprache noch nicht beherrscht.

Das bayerische Kultusministerium hat dem ASG daher sogenannte Drittmittel zur Verfügung gestellt. „Ziel dieser Förderung ist ein möglichst schneller Erwerb der deutschen Sprache und damit auch die bestmögliche Integration der Schüler“, so unser stellvertretender Schulleiter Stefan Winter. „Die kulturellen Unterschiede machen es schon schwer genug, sich einzuleben. Je besser die Schüler also Deutsch können, desto besser wird auch die allgemeine Verständigung“, bekräftigt Diplompädagogin Dike Attenbrunner, die neben ihrer Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin am ASG auch DaZ unterrichtet.

„Viele Schüler mit Migrationshintergrund beteiligen sich anfangs nicht am Unterricht. Sie haben Angst, dass ihr Deutsch nicht gut genug ist und man sie nicht versteht“, beschreibt DaZ-Koordinator Markus Schneider die Situation der Neuankömmlinge. Der Deutschlehrer betreut die Schüler gemeinsam mit weiteren Lehrkräften in Kleingruppen. Hier lernen sie neben Grammatik und Rechtschreibung deswegen auch, ihre Angst vor dem freien Reden abzulegen.

Und nicht nur das, es tauchen immer wieder Fragen zum Schulalltag auf, die geklärt werden müssen: Ab wann bekomme ich Noten? Wer gibt mir möglicherweise zusätzlich Nachhilfe? Welche Nachschlagewerke eignen sich als Hilfsmittel? „Das ist ein Lernprozess für die gesamte Schulfamilie“, erklärt unser Schulleiter Guntram Kraus, „und ein lehrreicher noch dazu: Sowohl Lehrer als auch Schüler erfahren viel über die Herkunftsländer ihrer neuen Mitschüler. Das ist interkulturell eine enorme Bereicherung!“

Dike Attenbrunner