Deutsch-Französische Tage am Adalbert-Stifter-Gymnasium

Ganz im Zeichen der Verständigung mit unserem westlichen Nachbarn standen die letzten Wochen am ASG. Begonnen hatten die Schülerinnen und Schüler unserer Französisch-Klassen mit einer interaktiven Ausstellung, die Informationen unter anderem zu Frankreichs Regionen, seiner Hauptstadt sowie zu berühmten Schauspielern, Musikern und Sportlern umfasste. Des Weiteren beschäftigten sich die ASGler mit dem französischen Schulsystem oder der weltweiten Bedeutung der Sprache auf allen Kontinenten. Unsere 10. Klassen entwickelten einen künstlerischen Ansatz mit Collagen, Aquarellmalerei und interaktiven Plakaten, der Oberstufenkurs der Q11 bereitete die Ausstellung mit verschiedenen Quizfragen passend zu jeder Jahrgangsstufe auf. Unser Schulleiter Guntram Kraus gab in seiner Eröffnungsrede zunächst einen kurzen Einblick in die gemeinsame feindselige Vergangenheit der beiden Staaten mit drei großen kriegerischen Auseinandersetzungen innerhalb von nur 75 Jahren. Eine geradezu unglaubliche Leistung also, dass nicht einmal 20 Jahre nach Kriegsende, am 22. Januar 1963, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle als Staatschefs den Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag unterzeichneten, der letztendlich mit in die Europäische Union mündete. Der Versöhnungsprozess war keine Selbstverständlichkeit. Besonders wichtig sind Guntram Kraus aber die Auswirkungen auf das Leben außerhalb der Politik: „So kann man die Städtepartnerschaft Passaus mit dem südfranzösischen Cagnes-sur-Mer und natürlich die jahrzehntelange Partnerschaft unserer Schule mit, im Lauf der Zeit, verschiedenen französischen Collèges oder Lycées als fruchtbare Folgen des Deutsch-französischen Vertrages von 1963 bezeichnen. Ich freue mich, dass er sich bald wieder durch den Besuch der Schüler aus Le Mans im März und dem Gegenbesuch unserer Austauschschüler im April mit Leben erfüllt.“ Die Verantwortung für die Gesamtorganisation der Exposition lag in den bewährten Händen von Fachbetreuerin Ulrike Woipich: „Gerade in Zeiten von wachsendem Populismus und nationalen Strömungen in ganz Europa ist es wesentlich, an so einem Jahrestag allen jungen Menschen aufzuzeigen, welch enorme Bedeutung die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich hat. Die Sprache des Nachbarlandes zu erlernen ist dabei eine wesentliche Basis für diese Kooperation.“

Diesem Aspekt vertieft Rechnung zu tragen, daran beteiligte sich auch Karl-Heinz Jopp-Lachner von der Uni Passau mit seinem Vortrag „Moderne Fremdsprachen – Brücken in die Zukunft“ für die beiden Französisch-Klassen unserer 10. Jahrgangsstufe. Er sprach im Laufe seiner Ausführungen davon, in welchen Bereichen vertiefte Kenntnisse der französischen Sprache heutzutage von enormer Bedeutung sind und verwies dabei unter anderem auf deren Stellung als Weltsprache, die auf fünf Kontinenten von etwa 200 Millionen Menschen gesprochen wird oder als Zusatzqualifikation, die auf dem internationalen Arbeitsmarkt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bei der Arbeitssuche bieten kann: „Englisch ist ein Muss, Französisch (und natürlich jede weitere moderne Fremdsprache) ein Plus, um Brücken zu schlagen in die Arbeitswelt, in andere Länder, Kulturen und Sprachen“, so der Akademische Direktor der Universität Passau. Überzeugt hat er mit seinem Vortrag auf jeden Fall Clara Stauber, Laura Renschler und Rosina Beck: „Wir freuen uns schon auf den Austausch mit Le Mans. Und später haben wir mit Französisch alle Möglichkeiten, um im frankophonen Ausland zu studieren und zu arbeiten.“

 

Heidrun Berger-Asen