Keine Macht den Drogen am Adalbert-Stifter-Gymnasium

Im Rahmen des Präventionspakets am ASG stand nach dem Vortrag zu Gefahren aus dem Internet für die 5. und dem Anti-Mobbingprojekt für die 7. Jahrgangsstufe nun die Drogenprävention für die 8. Klassen auf dem Programm. Dazu referierte Kriminalhauptkommissar Wolfgang Kern von der Beratungsstelle der Kripo Passau, der elf Jahre lang bei der Rauschgiftfahndung tätig war: „Dort habe ich gesehen, wie ganze Familien an Drogen zerbrochen sind.“ Deswegen sei Prävention auch so eine wichtige Aufgabe, der sich Kern seit fünf Jahren an Schulen oder bei Vereinen widmet. In seinem Vortrag sprach der erfahrene Polizist über die Gefahren illegaler und legaler Drogen, ihre Verbreitung, Herstellung und Wirkung. Erschreckend, aber kaum erstaunlich: Aufgrund alkoholbedingter Krankheiten und nikotinbedingter Krebserkrankungen verstarben im Jahre 2006 fast 40mal so viele Menschen als durch den Konsum illegaler Drogen. „Den Durst der Seele kann Alkohol nicht löschen“, machte Kern den ASGlern bewusst – und riet ihnen, sich bei Problemen an Vertrauenspersonen zu wenden: „Nutzt das Angebot eurer Schule. Schulpsychologen und Sozialarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. An sie könnt ihr eure Sorgen und Probleme weitergeben.“ Die Zahl der jugendlichen Raucher ist zwar insgesamt zurückgegangen; 70 Prozent der „Rauchbeginner“ seien allerdings Mädchen; Kern brachte das mit den überzogenen Schönheitsidealen in Zusammenhang: „Wie Frauen und Mädchen scheinbar auszusehen haben, drängt diese oft zur Sucht oder in die Bulimie.“

Unter den illegalen Drogen lag das Augenmerk neben den bekannteren Substanzen wie Haschisch auf synthetischen Droge wie Ecstasy oder Crystal Meth. Letztere gilt als die gefährlichste Droge, die in Deutschland derzeit auf dem Markt ist. „Wenn euch einer ein Packerl anbietet, dann sagts danke und hauts es ihm ans Hirn! Bereits der erste Konsum geringer Mengen Crystal macht süchtig. Das sind Drogen, von denen man in der Regel nie mehr wegkommt. Die zerstören einen innerhalb kürzester Zeit“, warnt Experte Wolfgang Kern. Zudem sei das Gift hier an der Grenze zu Tschechien leicht zu haben.

Vorsicht sei auch beim Weggehen geboten: Es komme immer wieder vor, dass insbesondere Frauen Opfer von Vergewaltigungen nach sogenannten K.o.-Tropfen werden. Da man diese im Getränk weder sehen noch riechen und schmecken könne, sollte man sein Getränk nicht unbeobachtet herumstehen lassen. „Sollte euch das mal passieren – ihr wacht auf, wisst nichts mehr und bemerkt, dass etwas mit euch nicht stimmt, dann geht bitte sofort zur Polizei. Wir wissen, dass das in einem solchen Moment schwer ist. Aber es ist unbedingt notwendig, damit wir Spuren sicherstellen und den Täter fassen können.“

Für einige Lacher sorgte die Schilderung einer weiteren Sucht: Die Beschreibung eines Jugendlichen, der vom Aufstehen bis zur ersten Schulstunde an seinem Smartphone klebt. Dazu müsse man jedoch wissen, dass die ununterbrochene Computernutzung am frühen Morgen die Leistungsfähigkeit um etwa 30 Prozent senke, so Kern. Bereits 1,4 Millionen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren wiesen ein „problematisches Nutzungsverhalten auf“. „Macht euer Leben nicht an Geräten fest“, bat er die jungen Zuhörer.

Auch wenn der rhetorisch gewandte Kriminalhauptkommissar es verstand, die Aufmerksamkeit unserer Schülerinnen und Schüler durch witzige Pointen an einen sehr kurzweiligen Vortrag zu binden, brachte er das Wesentliche doch immer wieder in ernsten Sätzen auf den Punkt: Im Leben werde man, so Kern, immer wieder mit Problemen konfrontiert – und Drogen würden einem da nicht weiterhelfen. Sein Rat: „Vertraut euch jemandem an: Man kann jedes Problem bewältigen, bevor man in ein noch größeres gelangt.“

Heidrun Berger-Asen, Dike Attenbrunner