„Künstlerische Kronjuwelen“ wieder trockengelegt

Ende der 1980er Jahre erwarb die Stadt Passau das große Gebäude in der Bräugasse, eine ehemalige Brauerei. 2013 war man froh, darin Kultur und nicht, wie ursprünglich geplant, das Stadtarchiv untergebracht zu haben, wäre doch alles vom Katastrophenhochwasser weggespült worden. Oberbürgermeister Jürgen Dupper erlaubte sich diese Randbemerkung, als er das Kulturmodell nach langwieriger Hochwassersanierung wiedereröffnete.

Nun steht es also wieder bereit, das Künstlerhaus „mit internationalem Anspruch“, das ein Ort „des Schaffens und des Erlebens“ sein will, so Kulturreferent Bernhard Forster. „Es liegt im Herzen der Stadt und doch ruhig, mitten auf der Kunstmeile Passaus. Es gehört inzwischen zu den künstlerischen Kronjuwelen der Stadt.“

Der Kulturreferent führte auch in die beiden Ausstellungen ein, die den Auftakt des wiedererweckten Jahresprogramms bilden. Hier wählte man einen Blick zurück und einen nach vorn. Die Rückschau bilden Künstler aus Passau und der Region, die alle einen Bezug zum Kulturmodell haben. Viele von ihnen haben sich aktiv in den Betrieb des Hauses eingebracht. Die zweite, zukunftsorientierte Ausstellung haben Schülerinnen und Schüler unseres P-Seminars Kunst der Q12 unter der Leitung von Markus Jaursch gestaltet. Sie präsentieren im Kelleratelier des Kulturmodells Bilder, Objekte und eine Videoarbeit. Mit jugendlicher Experimentierfreudigkeit haben die ASGler die Kunst genutzt, um die Wirklichkeit zu erschließen, sagte Forster. Mit dem Titel „Gäste der Wirklichkeit“ will die Schau ausdrücken, dass es auch in der künstlerischen Ausbildung das Ziel sei, sich mit der realen Welt auseinanderzusetzen.

Gabriele Blachnik (PNP), Adaption: Heidrun Berger-Asen