Mobbing, nein danke!

Zwei Kontrahenten stehen gegenüber, angefeuert von ihren Klassenkameraden dreschen sie aufeinander ein – mit Schaumstoffschlangen. Die sogenannte „Arena“ ist nur eine der vielen Übungen, mit denen unsere 7.-Klässler am Adalbert-Stifter-Gymnasium am eigenen Leib erfahren, was Mobbing für den Einzelnen bedeutet. Das jährliche Projekt wird organisiert von Schulpsychologe Jürgen Kittel und Sozialpädagogin Dike Attenbrunner sowie Polizeihauptmeister Roland Hofmann von der PI Passau, der zusätzlich auch das Drogenpräventionsprojekt am ASG betreut: „Solche Aktionen tragen Früchte, sie zeigen Alternativen auf, wie man sich in Konfliktsituationen verhalten soll.“ Erstaunt reagierten die ASGler, als sie erfuhren, dass sie zwar erst mit 14 strafmündig, aber bereits mit sieben Jahren deliktfähig sind. Neben den straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen ging es zudem um die verschiedenen Formen positiver und negativer Verstärkung. „Wenn mich jemand anfeuert, fühle ich mich stärker und motiviert“, erklärt Timo, während sein Klassenkamerad Felix jedoch anmerkt: „Man kann aber auch aggressiver reagieren oder unsportlich.“ Cybermobbing und dass man sich nicht nur als Täter, sondern auch als bloßer Zuschauer strafbar macht, wurden ebenfalls angesprochen. Letzteres erläuterte der Polizist eindringlich am derzeit am Landgericht verhandelten Tötungsdelikt, bei dem ein Jugendlicher bei einer Schlägerei ums Leben kam. „Was macht ihr, wenn ihr Zeuge einer Prügelei seid?“, wollte der Polizeihauptmeister wissen. „Die Polizei rufen, Hilfe holen“, lauteten die Antworten der Schülerinnen und Schüler. Die einhellige Meinung der Jungen und Mädchen: „Ein echt cooles Projekt!“ Ähnlich sieht dies auch Jürgen Kittel: „So ein Vormittag bringt wirklich was. Wie die Reaktionen und der Feedbackbogen nach dem Kurs zeigen, haben die Schüler gelernt angemessener auf Aggression zu reagieren und sowohl als Beobachter als auch als Betroffene Mobbingsituationen aktiv anzugehen. Außerdem finden sie die Zusammenarbeit mit Roland Hofmann sehr gut.“

Heidrun Berger-Asen