W-Seminar „Physik in der Musik“ des ASG

Eine äußerst interessante Orgelführung im Passauer Stephansdom erhielten unsere Schülerinnen und Schüler des Q11-W-Seminars „Physik in der Musik“, das derzeit unter der Leitung von Stefan Loidl am Adalbert-Stifter-Gymnasium stattfindet.

Domkantorin Brigitte Fruth berichtete zuerst über die geschichtliche Entwicklung der Domorgel und verwies dabei immer wieder auf die physikalischen Hintergründe wie beispielsweise die Auswirkungen der Innenausstattung des Domes auf den Nachhall.

Nachdem man die verschiedenen Orgeln vom Hauptschiff des Domes aus betrachtet hatte, ging es anschließend auf die Empore, wo die ASGler unter anderem erfuhren, wie lange es braucht, bis man den Ton von der Chororgel ausgehend auf der Empore hört und welche Konsequenzen dies für das Orgelspiel des Organisten während des Gottesdienstes hat. Neben den raumakustischen Gegebenheiten wurde der physikalische Unterschied der Tonerzeugung bei Labial- und Zungenpfeifen erläutert. Außerdem ging die Domkantorin auf die Größenverhältnisse der einzelnen Pfeifen ein. Die größte der insgesamt 17974 Pfeifen hat eine Länge von über elf Metern und wiegt 306 Kilogramm. Ihr Ton mit etwa 16 Hertz liegt an der unteren Hörgrenze. Die kleinsten Pfeifen haben eine Länge von sechs Millimeter und die Töne liegen mit etwa 16 000 Hertz an der oberen Hörgrenze des Menschen.

Brigitte Fruth bereicherte immer wieder die theoretischen Grundlagen durch Musikbeispiele. Am Ende der für alle Seminarteilnehmer sehr lehrreichenden Veranstaltung wurde Widors Toccata aus der 5. Symphonie zu Gehör gebracht und dabei das gesamte Klangspektrum der größten Domorgel der Welt gezeigt.

In einem Oboenkurs erhielten die Kursteilnehmer des Weiteren einen Einblick in den Aufbau von Holzblasinstrumenten, im Speziellen der Oboe. Schulleiter Guntram Kraus begrüßte Margret Schlootz, Solo-Oboistin am Landestheater Niederbayern und Florian Hackl, Musiklehrer an der Realschule Tittling sowie Oboist im Passauer Domorchester.

pggtpyjirzl-q_1rizucfte4fapfe6thqbhyaizbnhsh-_1-kopie

Nach einer kleinen musikalischen Darbietung auf der Oboe referierten die beiden Musiker über ihr Instrument, über die physikalischen Hintergründe und über die Herstellung eines Doppelrohrblatts von der Holzstange bis zum fertigen Mundstück. So erfuhren unsere Schülerinnen und Schüler beispielsweise, welche Auswirkungen die Länge der Oboenrohre auf die Tonhöhe und den Klang des Instruments hat und wie man diese Tatsache explizit beim Bau dieser Rohre berücksichtigen muss. Auch gingen die beiden Referenten auf die Unterschiede von Oboe und Klarinette ein.

Dass beim Oboenrohrbau handwerkliches Geschick und Feinjustierung (im Hundertstel-Millimeterbereich) nötig ist, konnten die ASGler anschließend selbst herausfinden, indem sie die einzelnen Arbeitsschritte in Gruppen durchführen durften.

Am Ende gelang es unseren Schülern, das Instrument mit einem selbstgefertigten Rohr zu spielen.

Stefan Loidl