Zum Ende einer zweijährigen, intensiven, manchmal anstrengenden, aber vor allem auch sehr lustigen Zeit hat der Physikkurs 2024/26 des Adalbert-Stifter-Gymnasiums zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Söllwagner noch einmal Neuland betreten – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Statt klassischer Theorie im Klassenzimmer ging es in die bislang unbekannten Tiefen des Schulgebäudes: den Keller.
Ausgestattet mit einem Geiger-Müller-Zählrohr machten sich die Schülerinnen und Schüler auf die Suche nach verborgenen Räumen und unsichtbaren Phänomenen. Dieses Messgerät, ein Klassiker der Radioaktivitätsmessung, kann ionisierende Strahlung nachweisen und hörbar machen – jedes „Klicken“ steht dabei für ein registriertes Teilchen. Was sonst unsichtbar bleibt, wird so plötzlich erfahrbar.
Im Fokus der Untersuchung stand unter anderem Radon – ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es entsteht im Boden durch den Zerfall von Uran und kann durch Risse und undichte Stellen in Gebäude eindringen. Gerade in Regionen, die geologisch teilweise von granithaltigem Untergrund geprägt sind, kann Radon eine Rolle spielen. In geschlossenen Räumen, insbesondere in Kellern, kann sich das Gas anreichern. Wird es über längere Zeit eingeatmet, erhöht sich das Risiko für Lungenkrebs – ein Umstand, der zeigt, wie relevant physikalisches Wissen für die Gesundheit ist.
Umso beruhigender waren die Messergebnisse des Kurses: Mit Werten von etwa 0,1 μSv/h lagen die gemessenen Strahlenwerte im Keller deutlich unter dem üblichen Durchschnittswert. So sorgten die Ergebnisse für große Erleichterung.
Doch neben aller Wissenschaft kam auch der Spaß nicht zu kurz. Das Erkunden des eigenen Schulgebäudes – nach neun Jahren auf völlig neue Art – sorgte für Neugier, Überraschung und viele gemeinsame Erlebnisse. Unbekannte Räume, allerlei deponierte Gegenstände und das leise Klicken des Zählrohrs machten den Ausflug zu einem besonderen Abschluss.
Die zwei Jahre im Oberstufenphysikkurs haben eindrucksvoll gezeigt: Physik ist weit mehr als Formeln und Theorie. Sie erklärt unsere Umwelt, schützt unsere Gesundheit – und kann dabei sogar richtig Spaß bereiten.