„Des einen Leid, des anderen Freud.“ Mit diesem Sprichwort stimmte der Stellvertretende Schulleiter des ASG, Johannes Fuchs, die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe auf den Vortrag von Pompeji-Expertin Renate Markoff ein. Die ehemalige Latein- und Englischlehrerin verbringt mittlerweile mehrere Wochen bis Monate des Jahres in Kampanien, wo sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem antiken Pompeji, hingeben kann. Das Leid der Einwohner von Pompeji, von denen mehrere Tausend beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. ums Leben gekommen sind, bietet uns heute die Möglichkeit, Einblicke in das Leben der Pompejaner zur Zeit des Ausbruchs zu erhalten, da deren Stadt unter einer meterdicken Schicht von Bimsstein und Vulkanasche begraben und damit konserviert wurde. Renate Markoff zeigte den Schülerinnen und Schülern viele interessante archäologische Fundstücke, die das Leben in der Stadt dokumentieren: das Amphitheater, in dem Kämpfe und Naumachien stattfanden, Großbäckereien mit Öfen und Mahlsteinen, Brote aus den Backöfen, die vor dem Ausbruch des Vulkans nicht mehr gegessen wurden, einen Handabdruck und Strichmännchen im Wandputz oder das Relief an einem Altar, das die dem Vesuvausbruch vorausgegangenen Erdbeben belegt. Antike Abbildungen des Vesuvs zeigen, dass dieser für die Bewohner der Stadt nicht als Gefahr, sondern als Quelle des Glücks und Wohlstands gesehen worden ist, konnte doch an seinen fruchtbaren Hängen hervorragend Landwirtschaft betrieben werden. Besonders beeindruckten die Schüler die Gipsabdrücke, die durch die Methode des Archäologen Giuseppe Fiorelli geschaffen wurden. Diese sollen – so Renate Markoff – voller Respekt betrachtet werden, bieten sie doch Einblicke in die letzten Augenblicke der Verstorbenen. Neben den Gipsabdrücken von Menschen wurden auch solche von Pferden, Hunden und Wildschweinen erstellt. Am Ende erstaunte die Zuhörenden auch noch eine Abbildung auf einem Fresko, die an eine Pizza erinnert, belegt mit Granatapfel und Feigen.
Durch die vielfältigen Eindrücke ergab sich ein eindrucksvolles Bild vom Alltag in einer antiken Stadt sowie Einblicke in die Arbeit von Archäologen, die neue Fundstücke interpretieren und einordnen müssen. Deren Arbeit wird noch viele weitere faszinierende Einblicke liefern, solange kein weiterer Ausbruch des Vesuvs die Ruinen der Stadt erneut unter Steinen und Asche begraben wird.
Magdalena Reitmaier