Abitur als Gemeinschaftsprodukt

Das Adalbert-Stifter-Gymnasium verabschiedet einen besonderen Jahrgang – Stufenschnitt von 1,95

Nicht wie ursprünglich geplant in der Turnhalle, sondern im Innenhof der Schule fand die diesjährige Abiturfeier statt. Vor einem von der Oberstufe mit Fächern gegen die hochsommerlichen Temperaturen ausgestatteten Publikum wurden 52 Schülerinnen und Schüler feierlich und emotional verabschiedet. Dabei wurde nicht nur durch den Stufenschnitt von 1,95 deutlich, dass heuer ein besonderer Jahrgang das ASG verlässt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung lautstark von den „Rhythmus-Rebellen“, der Percussion-Gruppe des ASG. Der stellvertretende Schulleiter Johannes Fuchs hielt sich in seiner Begrüßung kurz. Er hob hervor, dass der Jahrgang alle Herausforderungen bewältigt habe: das neue G9, den Distanzunterricht während der Corona-Pandemie und schließlich das Abitur. Das sei „immer auch ein Gemeinschaftsprodukt“, so Fuchs, weshalb er den Eltern und Verwandten der Absolvierenden dankte.

Auch 2. Bürgermeister Andreas Dittlmann sprach in seinem Grußwort von „keinen gewöhnlichen Jahren“. Neben dem Distanzunterricht hätten auch Ereignisse wie der Ukrainekrieg und die Energiekrise die Schülerinnen und Schüler gelehrt, mit Veränderungen umzugehen. Darauf könne der Jahrgang stolz sein. Wichtig sei, dass jeder seinen eigenen Weg finde und ihn mit Überzeugung gehe. Dittlmann gratulierte im Namen der Stadt Passau und schloss mit Worten des Phililogen Werner Jaeger: „Das Beste liegt nicht hinter uns, sondern vor uns.“

In seinem Grußwort verband Elternbeirat Prof. Dr. Jörg Scheffer ernste Inhalte wie die herausfordernde Zukunft in Zeiten des Klimawandels mit Auszügen aus dem Abibuch und sah die Absolvierenden für die „schweißtreibende Zukunft“ gut gerüstet. Bevor Schulleiter Dr. Wolfgang Holzer ans Rednerpult trat, trugen die beiden Abiturientinnen Amalina und Larissa Mayet, begleitet von Irmgard Westermeier, ein Querflötenstück vor. Schulleiter Dr. Holzer bezeichnete den Abschlussjahrgang als „das Wertvollste, was die Gesellschaft hat“. Er würdigte das vielfältige Talent und Engagement, nahm die Schülerinnen und Schüler aber auch mit Worten des österreichischen Psychiaters Viktor Frankl in die Pflicht: „Freiheit ist nur eine Seite der Wahrheit, die andere ist Verantwortung.“

Für den Jahrgang ließen Mia Tomaschko und Julius Schilling die Schulzeit mit viel Humor Revue passieren. Zu den Highlights zählten die Fahrten nach England und Berlin sowie die Abifahrt nach Florenz. Als Dank überreichten sie Heidrun Berger-Asen Blumen, Pralinen und ein Fotobuch des Jahrgangs. Außerdem stiftete der Abschlussjahrgang der Schule zwei Ficusbäume. Den Rest der Abikasse spendeten die Absolventinnen und Absolventen an das Kinderkrankenhaus „gleich gegenüber“, damit „es Menschen zugutekommt, denen es nicht so gut geht wie uns.“

Anschließend präsentierten die Rhythmus-Rebellen das Stück „Bürozeit“, bei dem sie Büroutensilien wie Tastaturen und Tacker in ungewöhnliche Rhythmusinstrumente verwandelten. Danach erhielten die 52 Absolventinnen und Absolventen ihre Abiturzeugnisse. Vier von ihnen erreichten die Traumnote 1,0: Alexander Dei, Larissa Mayet, Joshua Rietz und Florian Weber. Insgesamt erzielten 14 Schülerinnen und Schüler einen Notendurchschnitt von 1,5 oder besser.

Den Abschluss der Feier bildete das Lied „Wie stolz ich auf euch bin“, ursprünglich von Sarah Connor, umgedichtet und gesungen von Heidrun Berger-Asen, das einige der Anwesenden sichtlich bewegte. Die Abiturientinnen und Abiturienten dankten ihr dafür mit Standing Ovations.

Fabian Geisler, Passauer Neue Presse vom 27.06.26, Adaption: Heidrun Berger-Asen