Große Sprachmodelle zwischen Nachahmung und Verantwortung – Ein spannender Einblick in die KI-Forschung

Wie gut können Künstliche Intelligenzen den Schreibstil von Menschen nachahmen? Mit dieser und weiteren spannenden Fragen beschäftigte sich der Vortrag von Prof. Dr. Annette Hautli-Janisz von der Universität Passau, den die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Adalbert-Stifter-Gymnasiums besuchen konnten.

Anhand aktueller Forschungsprojekte zeigte die Wissenschaftlerin, wie leistungsfähig moderne Sprachmodelle wie ChatGPT inzwischen sind. So stellte sie unter anderem eine Studie vor, in der argumentative Schüleraufsätze mit KI-generierten Texten verglichen wurden. Das überraschende Ergebnis: Die von GPT-4 verfassten Aufsätze wurden im Durchschnitt sogar besser bewertet als die menschlichen Texte. Gleichzeitig wurde deutlich, dass KI-Systeme bei der automatischen Bewertung von Aufsätzen zwar ähnliche Ergebnisse wie Lehrkräfte erzielen, diese jedoch insgesamt großzügiger benoten.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Fähigkeit von Sprachmodellen, den Stil von Politikerinnen und Politikern nachzuahmen. In Experimenten wurden KI-generierte Antworten sogar als authentischer und kohärenter bewertet als die Originalaussagen. Diese Ergebnisse verdeutlichen sowohl die beeindruckenden Möglichkeiten als auch die Risiken moderner KI.

Zum Abschluss ging Prof. Dr. Hautli-Janisz auf den Einsatz von KI bei Bewährungsentscheidungen ein. Obwohl Sprachmodelle menschliche Argumentationsmuster teilweise nachbilden können, zeigte ihre Forschung klare Grenzen auf. Ihr Fazit war eindeutig: Gerade bei sensiblen Entscheidungen können und dürfen Menschen nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden.

Der Vortrag bot den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in die aktuelle KI-Forschung und regte dazu an, Chancen und Grenzen großer Sprachmodelle kritisch zu hinterfragen.