Aktuelle ökonomische und gesellschaftspolitische Fragestellungen sind wichtiger Bestandteil des Unterrichts in Wirtschaft und Recht. Darum besuchten die Schülerinnen und Schüler des Leistungsfaches Wirtschaft und Recht der Q 12 Ende November eine spannende Podiumsdiskussionen aus der Veranstaltungsreihe „Menschen in Europa“ der PNP, ein Format, das in den letzten Jahren schon zahlreiche Prominente nach Passau führte.
„Made in Germany“, ein Siegel, das einmal für höchste Qualität stand und weltweit geschätzt wurde: Ist das noch heute so? Erlebt das Qualitätssiegel ein Comeback oder ist es doch nur Nostalgie? Darüber entspann sich auf dem Podium der Reihe „MENSCHEN in EUROPA“ im Medienzentrum Passau eine rege Diskussion, einerseits zwischen zwei Unternehmensgrößen wie Klaus Rosenfeld, CEO der Schaeffler AG, und Joe Kaeser, einstiger Siemens-Chef und heute noch Aufsichtsratsvorsitzender u. a. von Siemens Energy, dazu kam Arbeitsagentur-Chefin Andrea Nahles sowie der Ex-Gewerkschafter und heutige BSW-Landeschef Klaus Ernst.
Zahlreiche Standortprobleme, wie hohe Energiekosten, Bürokratie und Innovationsklima wurden thematisiert. Als große Chance Deutschlands sieht Joe Kaeser die die Verknüpfung von Industrie mit Künstlicher Intelligenz („Industrie 4.0“). „Das kann keiner so gut wie wir in Deutschland!“ meinte er. Der Chef von Schaeffler gab ihm recht, so entdeckt das eigentlich v.a. für die Automobilindustrie arbeitende Unternehmen gerade den Markt für humanoide, mit künstlicher Intelligenz gesteuerte Roboter, für die man entsprechende Gelenke entwickelt.
Im Grunde herrschte Einigkeit: Auf „Made in Germany“ lässt sich bauen. Andrea Nahles machte Mut: „Man darf sich durch Veränderung nicht verschrecken lassen.“ Auch Kursteilnehmer Salim Kebaisy wurde vor der Veranstaltung interviewt: „ Ich sehe in „Made in Germany ein Gütesiegel, es steht nicht nur für handwerkliche Qualität sondern auch für faire Arbeitsbedingungen. Klar gibt es mittlerweile zunehmende Konkurrenz für deutsche Unternehmen, ich glaube aber, dass sich „Made in Germany“ halten wird.“
In der anspruchsvollen Diskussion konnten die Schüler auch immer wieder Anknüpfungspunkte zu Unterrichtsthemen herstellen, die Moderation Ursula Heller sorgte zudem für eine angenehme Diskussionsatmosphäre.
B. Wimmer