Im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts besuchten die beiden Kurse der Q13 am 12. Januar das Amtsgericht Passau und nahmen dort an zwei Gerichtsverhandlungen teil.
In der ersten Verhandlung wurden der Angeklagten Beleidigung sowie Diebstahl in Verbindung mit Waffenbesitz vorgeworfen. Besonders interessant war die Vorgeschichte der Angeklagten. Ihr Leben war von mehreren Schicksalsschlägen geprägt, die sie im Laufe der Jahre immer wieder zurückgeworfen hatten. Diese Hintergründe trugen wesentlich dazu bei, den Fall besser zu verstehen und machten deutlich, dass hinter einer Straftat oft eine komplexe Lebensrealität steht.
Während der Verhandlung war es spannend, die einzelnen Akteure im Gerichtssaal zu beobachten. Eine Zeugin wirkte während ihrer Aussage sehr unsicher und nervös, was sich deutlich in ihrem Auftreten und ihrer Körpersprache zeigte. Eine weitere Zeugin verließ unmittelbar nach der Urteilsverkündung demonstrativ den Gerichtssaal, was bei den Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterließ. Der Rechtsanwalt der Angeklagten verteidigte seine Mandantin engagiert und kompetent, indem er gezielt entlastende Aspekte hervorhob. Die gesamte Verhandlung wurde aufmerksam verfolgt, und insbesondere das Urteil der Richterin wurde von allen mit großer Spannung erwartet.
In der zweiten Verhandlung wurde ein gewerbsmäßiger Betrug und Diebstahl verhandelt. Auch hier lieferte eine Gutachterin wertvolle Hintergründe zum schwierigen Lebensweg des Angeklagten. Ein geladener Zeuge verweigerte die Aussage um sich nicht selbst zu belasten, das war aber unerheblich, da ohnehin ein weitreichendes Geständnis vorlag. Nach der Verhandlung nahm sich Richter Stefan Erhardt auch noch extra Zeit, um mit dem Kurs den Fall und den Arbeitsalltag eines Richters zu besprechen.

Der Gerichtsbesuch bot für beide Kurse einen anschaulichen Einblick in die Praxis der Rechtsprechung und wird im Unterricht noch für etliche Diskussionen sorgen.
Elisabeth Reichersdorfer und Berthold Wimmer