Unter diesem Motto stand der Studienerkundungstag der 12. Jahrgangsstufe des Adalbert-Stifter-Gymnasiums an der Universität Passau, geleitet von Prof. Dr. Jörg Scheffer vom Lehrstuhl für Geoinformatik und Geographie sowie von OStRin Heidrun Berger-Asen, Oberstufenkoordinatorin des ASG. Plenumsvorträge von Prof. Scheffer zum Aufbau der Universität Passau und zum wissenschaftlichen Arbeiten im Allgemeinen wechselten sich ab mit Einblicken des Dr. Philipp Aufenwenne in die verschiedenen Herangehensweisen an Qualität und Quantität universitärer Forschung. Anschließend verteilten sich die rund 50 Schülerinnen und Schüler auf die Fachbereiche ihrer Wissenschaftspropädeutischen Seminare in Deutsch, Geographie, Kunst und Wirtschaft.
Prof. Dr. Scheffer sprach für die beiden Seminare in Geographie und Wirtschaft über Stadtplanung im Zeichen des Klimawandels. Dabei umriss er die entscheidende Rolle der Städte in einer globalisierten Welt sowie die Herausforderungen, denen sie sich künftig stellen müssen – etwa die Anpassung an den Klimawandel, den demografischen Wandel und soziale Disparitäten. Zudem beleuchtete der Dozent mögliche Antworten: zunehmende Resilienz, Lebensqualität und höhere Ressourceneffizienz ebenso wie die Einbindung der beteiligten Akteure und Betroffenen. Besonders spannend waren die Ideen, wie sich dies konkret in Passau umsetzen ließe – von einer verbesserten Fahrradfreundlichkeit über die Begrünung der Stadt bis hin zur stärkeren Inwertsetzung des Wassers in Passau, etwa durch Wassertaxis, Gastronomie sowie Kino und Konzerte auf dem Wasser.


Für das W-Seminar Kunst hatte Frau Bettina Keck vom Lehrstuhl für Kunstpädagogik einen ansprechenden Vortrag vorbereitet, der den Teilnehmenden Möglichkeiten wissenschaftlichen Arbeitens im Fachbereich Kunst aufzeigte – mit besonderem Blick auf die künstlerische Praxis. Anhand kurzer praktischer Übungen wurden gemeinsam Methoden erarbeitet. Den Abschluss bildete eine Führung durch die Werkstätten des Fachbereichs Kunst der Universität Passau.
Prof. Dr. Dennis Gräf vom Lehrstuhl für Germanistik vermittelte den Schülerinnen und Schülern die systematische Herangehensweise – von der Themenfindung über die Materialsuche bis hin zur Gliederung und zur finalen Erstellung der W-Seminararbeit. Dabei ging der Dozent auch intensiv auf den sinnvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz ein und stellte hilfreiche Literatur vor.
Den Abschluss des sehr gewinnbringenden Vormittags bildete eine Synthese im Plenum durch Prof. Dr. Scheffer. Eindringlich mahnte er zum kritischen Umgang mit Informationen aus digitalen Kanälen und sozialen Medien: „Die Universität ist der TÜV für Wissen.“ Während an wissenschaftlichen Institutionen wie der Universität Fakten und Zusammenhänge von den Forschenden kritisch hinterfragt und empirisch überprüft werden, sind Informationen aus dem Netz zwar überall verfügbar – doch hier vermischen sich Alltagswissen und wissenschaftliches Wissen auf gefährliche Weise und sind nicht mehr eindeutig voneinander zu unterscheiden. „Wissen wird damit machtabhängig, und wenn alles immer bunter und verwirrender wird, folgt der Mensch zunehmend seinem Gefühl.“ Zudem sorgt die algorithmische Lenkung für eine zunehmende Verengung des individuellen Blickwinkels auf die Filterblase. Belege aus Parteiprogrammen und Aussagen aus der Medienlandschaft veranschaulichten die Risiken.
Mit einem kurzen Rundgang über das Unigelände endete die Veranstaltung, eine Neuauflage für das nächste Schuljahr ist schon in Planung.